Jahrgangsübergreifendes Lernen in der Schuleingangsphase
- Förderdiagnostik in der Schuleingangs- phase
- Elternarbeit
- Lesen und Schrei- ben in der Schuleingangsphase
- Mathematik in der Schuleingangsphase
Die Sebastian-Schule wird ab dem Schuljahr 2006/07 mit dem jahrgangsübergreifenden Lernen in der so genannten Schuleingangsphase beginnen. Hier wird den Kindern die Möglichkeit geboten, gemäß ihrem Entwicklungs- und Leistungsstand ein, zwei oder drei Jahre zu lernen, bevor sie in das dritte Schuljahr gehen.
In der Schuleingangsphase findet eine Altersdurchmischung statt. Vom ersten Schultag an wird ein differenzierender Unterricht angeboten, der sich an den sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler und Schülerinnen orientiert. Der Unterricht gibt gezielte Hilfen, um Lernschwierigkeiten zu überwinden, aber auch Ermutigung, die eigenen Fähigkeiten voll auszuschöpfen.
Unsere Schulgemeinde ist von einer starken Heterogenität gekennzeichnet ist. Veränderungen des Unterrichts, die sich den gewandelten Lebenssituationen der Kinder anpassen, sind nötig, um auch kompensatorische (ausgleichende) Aufgaben übernehmen zu können. Altersmischung kann dazu beitragen, Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und nach Verstehensvermögen zu bearbeiten.
Die Lehrperson orientiert sich am individuellen Lernprozess des Kindes. Sie fördert grundlegendes Wissen und grundlegende Kompetenzen, die nach Abschluss der Schuleingangsphase, in der Regel nach zwei Jahren, für ein erfolgreiches Weiterlernen unabdingbar sind.
Ein fester Tagesablauf bringt für Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer einen verlässlichen Rhythmus in die Schulwoche. Ist er erst einmal eingeführt, „vererbt“ sich in der altersgemischten Klasse das Wissen um die Gegebenheiten von Jahr zu Jahr ganz selbstverständlich immer wieder von den älteren Schülerinnen und Schüler an die nachrückenden jüngeren. Feste Abläufe bieten den Kindern Sicherheit und Durchschaubarkeit und der Lehrkraft die Möglichkeit, rationell zu planen.
In einem solch komplexen Unterrichts- und Erziehungsgeschehen, wie es die jahrgangsübergreifende Gruppe darstellt, sind die Schülerinnen und Schüler zu ihrer Orientierung in besonderer Weise auf Normen angewiesen. Regeln und Rituale im Klassenzimmer sind verbindliche Orientierungen für Kinder. Sie vermitteln Verlässlichkeit und Halt. Die Regeln müssen alle befolgen. Die Rituale sorgen dafür, dass man die Abmachungen für das Organisieren der Arbeit und für das Miteinander nicht immer wieder neu treffen muss. Dabei stützt ein gut funktionierendes Helfersystem die soziale Mitverantwortung.
In den jahrgangsübergreifenden Klassen wachsen die Kinder im ersten Schulbesuchsjahr ohne besonderes Zutun, durch Beobachtungslernen, durch Nachmachen und durch Mittun in die Klassengemeinschaft hinein. Die Kinder im zweiten und dritten Schulbesuchsjahr lernen, Verantwortung zu übernehmen und erfahren Anerkennung dessen, was sie bereits alles gelernt haben.
Zur besseren Rhythmisierung und Strukturierung des Tagesablaufs werden im Unterricht die folgenden Prinzipien berücksichtigt:
- Der Unterricht wird möglichst umfangreich von der Klassenlehrerin erteilt. Fachunterricht soll nur dort, wo es fachlich unerlässlich ist (z.B. im Religionsunterricht), eingerichtet werden, um der Lerngruppe nur wenige Wechsel der Lehrpersonen zuzumuten.
- Der Klassenraum wird in verschiedene Lernecken eingeteilt: Leseecke, Besprechungs- und Frühstückstisch
- Tages- und Wochenpläne
- Werkstatt- und Stationen-Betrieb
- Gemeinsame Themen und Projekte / Themenkisten
- Freie Arbeit
- Portfolios und Lerntagebücher der Schülerinnen und geben Schülern geben den Lehrkräften Informationen über den Lernstand und Lernfortschritt
- Helfersystem: „Chefs“ für bestimmte Aufgaben, Materialien (z.B. Rechtschreib-Prüfer)
- Patenmodell: feste Lernpaare
- Marktmodell: Vorstellung von Arbeiten, Sammlungen etc. im Wochen-Abschlusskreis
Förderdiagnostik in der Schuleingangsphase
Um eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, werden in der Eingangsphase verschiedene Diagnose-Verfahren eingesetzt.
Innerhalb der ersten zwei Monate werden die Kinder durch die Klassenlehrerin und die Sozialpädagogin beobachtet, um Fertigkeiten und Fähigkeiten in den Bereichen Wahrnehmung, Taktil- und Kienästhetik sowie Grob- und Feinmotorik festzustellen und eine Einschätzung des Arbeits- und Sozialverhaltens sowie der Schülerinnen und Schüler-Gesamtpersönlichkeit zu erhalten. Die Sonderpädagogin führt zeitgleich die Sprachstandsbestimmung für Kinder mit Migration-Hintergrund durch (SFD).
Elternarbeit
Die intensive Elternarbeit aus der Vorschulzeit (Elterngesprächskreise seit Anmeldung der Schulneulinge) wird fortgesetzt durch ein Gesprächsangebot für diese Eltern im Oktober des Einschulungsjahres. Hier soll über die ersten Entwicklungsschritte der Kinder berichtet werden und eventuelle Fördermaßnahmen innerhalb und außerhalb der Schule besprochen werden.
Darüber hinaus findet zum Halbjahr und zum Ende des Schuljahres jeweils ein Elternsprechtag statt, an dem die Eltern über die Entwicklung ihres Kindes informiert werden und Gelegenheit haben, Rückfragen zu stellen bzw. ihnen wichtige Punkte in das Gespräch mit einzubringen.
Lesen und Schreiben lernen in der Schuleingangsphase
Die Kinder werden nach Erkenntnissen des Spracherfahrungs-Ansatzes an das Lesen und Schreiben herangeführt. Sie lernen zunächst das Schreiben mit Hilfe eines Anlaut-Lineals. Der besondere Schwerpunkt im Sprachunterricht liegt zunächst im Hören und Lautieren. Hier wie auch im weiteren Verlauf der Sprachentwicklung werden die Materialien von Sommer-Stumpenhorst zur Erarbeitung und Festigung der Lerninhalte eingesetzt. Diese Unterrichtsmaterialien sind insbesondere für Offene Unterrichtssituationen konzipiert. Es handelt sich um Karteien zu verschiedenen Schwerpunkten im Erlernen des Lesen und Schreibens.
Mathematik lernen in der Schuleingangsphase
Im Mathematik-Unterricht wird mit dem Zahlenbuch gearbeitet. Das Angebot umfasst darüber hinaus einen Förderkurs, mit Hilfe dessen Kindern, die langsamer lernen, zusätzliche Übungsformate an die Hand gegeben werden.