Friedensarbeit an der Sebastian-Schule
Download des neuen Flyers zur Friedensarbeit
Die Sebastian-Schule ist eine Schule des toleranten und friedvollen Miteinanders. Die Entwicklung sozialer Fähigkeiten steht im Mittelpunkt.
Der sich aus dem biblisch-christlichen Gottesbild und dem daraus resultierenden Menschenbild ergebende Grundgedanke, Trennendes zwischen einzelnen Menschen, Gruppen und sozialen Schichten aufzuheben, wird an der Sebastian-Schule im Rahmen einer intensiven praktischen Friedensarbeit umgesetzt.
Ihre Hauptbestandteile sind
- eine konfliktvermeidende, auf Bewegung ausgerichtete Schulhofgestaltung
- das Streitschlichtungs-Konzept
- die jährliche Durchführung einer Friedens-Woche
- der Arbeitskreis „Frieden“, bestehend aus Eltern, Lehrerinnen und Lehrern und Schulleitung
- eine Friedenswand im Foyer der Schule
Streitschlichtung an der Sebastian-Schule
In der dritten und vierten Klassenstufe werden pro Klasse jeweils ein Junge und ein Mädchen von der Klassengemeinschaft gewählt, die zu StreitschlichterInnen ausgebildet werden.
In der Ausbildung, die in einer Unterrichtsstunde pro Woche stattfindet, setzen sie sich theoretisch mit den unterschiedlichen Formen von Gewalt auseinander und verinnerlichen einen Leitfaden, nach dem sie in ihren Schlichtungsgesprächen vorgehen. In den Gesprächen haben sie die Funktion von Moderatoren. Es ist das Ziel, dass es den Streitenden gelingt, zunächst ihre Sicht von dem Streit auszutauschen, über ihre Gefühle zu sprechen und schließlich eine eigene, tragfähige Lösung zu entwickeln. Diese Lösung kann dann in Form eines Friedensvertrages schriftlich festgehalten werden, wenn es die Beteiligten für notwendig halten.
Damit Kinder, die einen Streit klären wollen, die Streitschlichter auch finden, haben sie im Treppenhaus des Altbaus einen festen Platz, den sie sich gemütlich und ansprechend eingerichtet haben. Hier sitzen während der ersten Pause ständig zwei Kinder (in täglich wechselnder Besetzung), die bereit sind, einen Streit zu schlichten.
Die StreitschlichterInnen stellen sich den Kindern zu Beginn des Schuljahres in den Klassen vor, und es wird ein Flyer verteilt, auf dem ihr Foto abgebildet ist und die Grundregeln für eine Schlichtung zitiert werden: einander zuhören, einander ausreden lassen und nicht beschimpfen.
Friedenswoche
Die Woche des Friedens findet jährlich statt. Das Konzept sieht einen curricularen Aufbau von Auseinandersetzungsmöglichkeiten mit individuellen Gefühlen, Fähigkeiten und Grenzen sowie einen Ausbau der individuellen Streitkompetenz vor. Die Arbeit verläuft klassenintern, um so die sozialen Strukturen innerhalb der Klasse weiter zu entwickeln und zu stärken.
In den ersten beiden Schulbesuchsjahren steht das individuelle Er-Fühlen und Benennen von Gefühlen und die Wahrnehmung von Gefühlen bei anderen im Mittelpunkt. Den Gefühlen „Wut“, „Angst“ und „Mut“ wird ein besonderer Stellenwert eingeräumt.
Anhand von Rollenspielen, Bildbetrachtungen zu Streitsituationen und Unterrichtsgesprächen entwickeln die Kinder Möglichkeiten der Konfliktlösung. Im dritten Schuljahr steht das Thema „Helfen“ im Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk wird auf die Reflexion von Sprache, in der die Kinder miteinander umgehen („Wolfs- und Giraffen-Sprache“) gelegt. Darüber hinaus wird der Begriff der „Gewaltspirale“ erarbeitet und mit Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler verknüpft.
In den vierten Klassen werden Übungen zur Selbstbehauptung durchgeführt. Mit Hilfe von speziell dafür engagierten Trainerinnen und Trainern beschäftigen sich die Kinder intensiver mit der „Gewaltspirale“ und den Möglichkeiten, daraus auszusteigen. In Rollenspielen nehmen sie ihre körperlichen und psychischen Grenzen wahr und erarbeiten Möglichkeiten der gewaltfreien Konfliktbewältigung.
Um die Durchführung zu ermöglichen, werden Beiträge von den Eltern in Höhe von 10 bis 15 Euro erhoben.
Arbeitskreis „Frieden“
Der Arbeitskreis „Frieden“ setzt sich aus interessierten Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und der Schulleitung zusammen. Er hat die Aufgabe, den Schulprogramm-Bereich Friedensarbeit weiter zu entwickeln und anstehenden Fragestellungen und Herausforderungen zu begegnen.
(Auszug aus dem Schulprogramm, S.24-25)